Die Wonnen guter Nachbarschaft

Eine herbstliche Aromaschale: betörende Quitten!

Unser Dörfchen ist verzaubert und unsere Freunde sagen, wenn sie uns besuchen kommen, sie fahren dann mal zu uns „raus“. Es sind rund zwanzig Kilometer bis zur nächsten Stadt, aber für die Städter ist es immer wie ein Ausflug in eine andere Welt.
Für uns ist es der beste Ort zu leben. Mein Mann sagte gerade heute, dass wir hier an einem Ort leben, der als Model für die Kinderbücher unseres Sohnes stehen könnte „Unser kleines Dorf“.

Da gibt es die vielen Tiere, die vielen urigen Charaktere. Da dauert der Gang zum Bäcker, der etwa vierhundert Meter weiter seinen Laden hat, schon mal eine Stunde. Man grüßt sich, plauscht, wird hereingebeten. Und ist man mal einen Tag zu Hause, so klopft es an die Tür. Gerade heute kam eine Nachbarin mit einem Korb voller Walnüsse und Quitten. Sie erzählte, dass man die Kerne der Quitten trocknen sollte und bei Heiserkeit als Tee aufgießen sollte. In der Stadt dachte ich, ich weiß alles. Hier lerne ich jedoch jeden Tag dazu.

Übrigens gibt es keinen schöneren Raumduft als eine Schale Quitten. Einen Teil des goldenen Schatzes habe ich heute mit Lammfleisch gekocht. Da die Quitten ihren Ursprung in Persien haben, gibt es in der persischen Küche auch viele interessante Rezepte mit Quitten, nicht nur das naheliegende Quittengelee. Khoreshte Beh heißt das süß-saure Festmahl. Leider sind Gerichte die stundenlang im Ofen schmurgeln nicht besonders fotogen. Im englischsprachigen Blog Turmeric & Saffron findet sich ein Lammfleisch mit Quitten Rezept – sehr ähnlich dem, dem ich gefolgt bin.

Morgen werde ich unserer Nachbarin davon erzählen. Ich wette, dieses Gericht kennt sie noch nicht.

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